templates image

ITALIEN: Parlament lehnt Gesetz gegen Homophobie ab
family image(27.07.11/dom) Das Parlament in Italien stimmte am Dienstag einer Motion zu, welche einen Gesetzentwurf gegen Homo- und Transphobie als verfassungswidrig ablehnt.

Sämtliche Diskussionen über ein Gesetz, welches sich gegen Homo- und Transphobie richtet, wurden mit der Annahme der Motion verhindert. Das italienische Parlament erklärte mit der Zustimmung, dass dieser Gesetzesentwurf gegen die Verfassung des Landes spricht. Wie die italienische Schwulenorganisation Arcigay empört meldet, sei diese Entscheidung eine weitere Schandtat der Mitte-Rechts-Mehrheit gegenüber den Schwulen, Lesben und Transgender, welche jene Männer und Frauen als zweitklassige Menschen, sowohl politisch wie kulturell, degradiert. Ohne Gnade werde Italien durch seine wahnsinnigen Politiker ausgequetscht, ohne jeglichen Respekt von dem Leben und den Rechten der Mitmenschen, schreibt Arcigay weiter.

 Durch diese Entscheidung werde Italien vor Europa und der gesamten westlichen Welt gebrandmarkt. Italien werde nun angeprangert, weil das Parlament ein Gesetz als verfassungswidrig bestimmt, welches Opfer von Homo- und Transphobie schützen würde. Das Parlament, so schreibt Arcigay in ihrem Statement weiter, verhöhne damit die Justiz und den Respekt vor den Grundrechten, und stehe damit Seite an Seite mit homo- und transphoben Aggressoren in dieser Welt.

Die Schwulenorganisation bittet nun die EU um Unterstützung, um der wachsende Homo-, Xeno- und Transphobie entgegenzutreten. Das Parlament habe mit diesem Schritt einmal mehr erklärt, dass Gewalt toleriert werden sollte, schreibt Arcigay weiter. Thomas Hammarberg, Beauftragter für Menschenrechte im Europarat, erklärte am Mittwoch in einem ersten Statement, dass auch wenn dieses Gesetz nun abgelehnt wurde, dass sich Italien trotzdem an die Standards des Europarats in Bezug auf Homophobie halten müsse.