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ITALIEN: Wird das Verbot der Homo-Ehe bald aufgehoben?
family image(24.03.10/dom) Sind die Gesetzesartikel, welche die gleichgeschlechtliche Ehe in Italien verbieten, rechtmässig? Mit dieser Frage beschäftigt sich seit gestern der Verfassungsgerichtshof in Rom.

Vier gleichgeschlechtliche Paare aus Trient und Venedig haben sich an den Verfassungsgerichtshof in Rom gewandt, damit dieser die Rechtmässigkeit des Verbots der Homo-Ehe prüft. Der Gerichtshof hat aus diesem Grund gestern mit einer öffentlichen Anhörung begonnen, um diese Frage zu klären.

Die Paare sind der Meinung, dass die derzeitige Rechtsordnung, welche in Italien gilt, gar kein explizites Verbot der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare vorsieht, da nirgendwo geschrieben stehe, dass die Partner bei einer Ehe verschiedenen Geschlechts sein müssen. Sie wollen vor Gericht auch geltend machen, dass ein solches Verbot gar gegen die italienische Verfassung verstosse, und zwar gegen das Prinzip der Gleichheit alles Bürger.

Die Paare, welche mit ihrer Klage an den Verfassungsgerichtshof gelangt sind, werden dabei von "Arcigay", dem italienischen Lesben- und Schwulenverband unterstützt. Der Verband gab in einer Stellungnahme bekannt, dass gleichgeschlechtliche Paare eine gesellschaftliche Realität seien, und dass sie deshalb die gleichen Rechte verdienen würden, wie die heterosexuellen Paare.

Der Verfassungsgerichtshof hat nun die Möglichkeit die Homo-Ehe einzuführen, wenn es den Argumenten der Kläger folgt. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass die Richter das bestehende Ehegesetz für rechtmässig erklären, und dass damit die gleichgeschlechtliche Ehe verboten bleibt.

Die Schwulen und Lesben setzen sehr viele Hoffnungen in dieses Gesetz, da es bislang keinerlei Möglichkeiten für gleichgeschlechtliche Paare gibt, dass sie ihre Partnerschaft eintragen können. Während der Mitte-Links-Regierung unter Ministerpräsident Romano Prodi war ein entsprechendes Partnerschaftsgesetz geplant, doch durch seine massiven Verluste bei den Parlamentswahlen, bei der schlussendlich wieder Silvio Berlusconi an die Macht kam, konnte er das Gesetz nicht mehr einführen.