(03.07.10/dom)
Das Dáli, das Unterhaus im irischen Parlament, hat der
Einführung der Eingetragenen Partnerschaft für
gleichgeschlechtliche Paare einstimmig zugestimmt - jetzt fehlt
nur noch die Abstimmung im Senat.
Selbst die Gay Community selber hätte sich dies nie
erträumen lassen, denn das Gesetz, welches derzeit im irischen
Parlament zur Abstimmung steht, geht weit darüber hinaus, als es
sich die Schwulen und Lesben vor einigen Jahren noch erhofft
haben. Noch bis 1993 war die gleichgeschlechtliche Liebe in
Irland verboten. Doch die Bevölkerung in diesem streng
katholischen Land hat sich geöffnet, und zwar im Eilzugstempo.
Heute sprechen sich mehr als achtzig Prozent der Einwohner auf
der Insel entweder für die Öffnung der Ehe für Schwule und
Lesben aus, oder für die Einführung eines
Partnerschaftsgesetzes.
Dem hat nun offenbar auch die irische Politik Rechnung getragen.
Mit dem Partnerschaftsgesetz wird nicht nur ein Schutz für
gleichgeschlechtliche Partnerschaften möglich, sondern auch
heterosexuelle Paare, welche bereits lange zusammenleben, können
davon profitieren. Mit dem neuen Gesetz können künftig
auch Lebenspartner bei einer Trennung Vermögensansprüche geltend
machen, obwohl sie sich nicht offiziell registriert haben.
Das Irische Parlament hat am Donnerstag dem neuen
Partnerschaftsgesetz zugestimmt - einstimmig. Nun muss nur noch
der Senat über das Gesetz befinden, und dann steht einer
Einführung anfangs 2011 nichts mehr im Wege. Damit werden
schwullesbische Paare in vielen Belangen mit Hetero-Ehepaaren
gleichgestellt. Auch dürfen die Zeremonien künftig in
Standesämtern stattfinden, kirchliche Trauungen sind aber nicht
vorgesehen. Weitere Änderungen betreffend dem Steuer- und dem
Sozialrecht müssen noch mit separaten Anträgen vom Parlament
beschlossen werden.
Äusserst zufrieden mit dem ersten Ergebnis, zeigte sich der
irische Justizminister Dermot Ahern. Er erklärte das Gesetz zur
bedeutendsten Regelung des Zivilrechts seit der Unabhängigkeit
Irlands. |