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USA/IRAK: Reagiert die USA nicht auf Folter von Gays im Irak?
family image(25.06.10/dom) Schwullesbische Menschenrechtsorganisationen richten schwere Vorwürfe gegen die USA: US-Soldaten sollen demnach nichts dagegen unternehmen, dass Schwule, Lesben und Transgender im Irak verhaftet, gefoltert und sogar exekutiert werden.

Ein geheimes Safe-House für Schwule und Lesben im Irak ist aus bislang ungeklärten Gründen abgebrannt. Sechs Bewohner wurden dabei verprügelt und verschleppt. Ein Mann konnte in der Zwischenzeit schwerst misshandelt in einem Spital aufgefunden werden, von den anderen fünf - zwei Schwulen, einer Lesbe und zwei Transgender - fehlt bislang jedoch jede Spur, heisst es in einem Statement, welches die lokale schwullesbische Menschenrechtsorganisation "Iragi LGBT" veröffentlicht hat. Es wird befürchtet, dass sie ins irakische Innenministerium gebracht wurden, wo in der Vergangenheit bereits viele Homosexuelle gefoltert und sogar exekutiert wurden.

Die Organisation erklärte weiter, dass Homosexualität auch unter dem Regime von Saddam Hussein verboten und bestraft wurde. Erst seit aber die USA im Irak einmarschiert seien, habe die Anti-Gay-Rhetorik und die Gewalt gegen Schwule, Lesben und Transgender massiv zugenommen. Wie BBC in einer Reportage berichtet hat, habe der Sturz Saddam Husseins durch die Amerikaner den Weg für religiöse Extremisten geebnet, welche für den weitaus grössten Teil der homophoben Gewalt zuständig seien.

Erst am Dienstag haben sich US-Präsident Barack Obama und Aussenministerin Hillary Clinton vehement gegen Gewalt und Diskriminierung gegen Schwule, Lesben und Transgender ausgesprochen - sei es in den USA oder sonst wo auf der Welt. Clinton setzte dabei aber vor allem den Fokus auf Afrika, wo es jüngst zu zahlreichen Verschärfungen von Gesetzen gegen Homosexuelle gekommen ist. Diese Gefahren sei nicht nur eine Sache der Schwulen und Lesben, es sei eine Sache der Menschenrechte, erklärte Clinton in ihrer Rede. Diesen Punkt haben nun auch verschiedenste Gay Organisationen aufgenommen und sie fordern die US-Regierung auf, sich auch im Irak verstärkt zum Schutz von Schwulen, Lesben und Transgender einzusetzen - vor allem für jene, welche von der irakischen Polizei und den Behörden vor Ort misshandelt werden.