(25.03.10/dom)
Weil sie bei konservativen Islamorganisationen
gewalttätige Proteste auslösen könnte, wurde gestern
von den Behörden der indonesischen Stadt Surubaya eine
internationale ILGA-Gay-Konferenz abgesagt.
Die Konferenz, welche von der ILGA, der "International Lesbian,
Gay, Bisexuel, Trans- and Intersex Association" organisiert
wurde, hätte an diesem Wochenende stattfinden sollen. Es haben
sich Teilnehmer aus sechzehn Ländern für diese
dreitägige Konferenz angemeldet. Doch nun wurde der Versammlung
die Genehmigung entzogen, da die Polizei Ausschreitungen von
konservativen Islamorganisationen befürchtet hat. Man sei zu
diesem Entscheid gekommen, nachdem Einwände von verschiedenen
Islam-Organisationen und vom indonesischen "Ulema
Council", einem einflussreichen Rat von muslimischen
Geistlichen, geäussert wurden, hiess es seitens der Polizei von
Surubaya. Es gab Anzeichen, dass dieser Event soziale Unruhen
auslösen könne, fügte der Sprecher hinzu, und aus
diesem Grund habe man sich für das Verbot entschieden um die
öffentliche Sicherheit zu wahren.
Poedjiati Tan, der Sprecher von ILGA, erklärte, dass rund 150
Teilnehmer ihr Kommen angekündigt haben, um hundert
Organisationen aus sechzehn asiatischen Ländern vor Ort zu
vertreten. Wie Tan weiter erklärte, sei man nun darum
bemüht, mit den Behörden und den sich beschwerenden
Organisationen ins Gespräch zu kommen, damit die Konferenz doch
noch durchgeführt werden kann. Die Veranstalter argumentieren
damit, dass sie mit diesem Event eben gerade auf diese Aspekte
aufmerksam machen wollen, mit dem die Schwulen und Lesben im Land
konfrontiert werden. Sie wollen nun mittels Gesprächen mit der
Polizei und den religiösen Führern klar machen, dass es
bei der Konferenz darum geht, dass sie über die sozialen
Probleme diskutieren wollen, denen sie als Minderheit ausgesetzt
sind. Sie seien auf der Suche um Lösungen in den Bereichen
Bildung und Gesundheit zu finden, und um Diskriminierungen
vorzubeugen.
Wenig versöhnlich klingt es von muslimischer Seite: Der Rat von
muslimischen Geistlichen teilte mit, dass sie gegen jegliche
Veranstaltungen von Homosexuellen seien. Diese Events würden
die Muslime in Indonesien verletzten, weil Schwule und Lesben im
Gegensatz zur islamischen Lehre stehen würden.
Die ILGA ist eine weltweite Organisation, welche rund 560 nationale
und regionale Unterorganisationen hat. Vor Indonesien wurde diese
überregionale Konferenz bereits in Indien, auf den Philippinen
und in Thailand abgehalten.
Indonesien ist der bevölkerungsreichste, islamische Staat der
Welt. Homosexualität ist zwar nicht illegal, aber trotzdem ist
es ein sehr heikles Thema, vor allem bei den konservativen
Bevölkerungsschichten. Ein Grossteil der Bevölkerung
Indonesiens ist jedoch moderat und zeigt sich tolerant
gegenüber Schwulen, Lesben und Transgender. |