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HONDURAS: Bereits 58 Morde an LGBTs im 2011
family image(16.12.11/dom) Ohne gross von der Weltöffentlichkeit bemerkt zu werden, wurden alleine in diesem Jahr in Honduras bereits 58 Schwule und Lesben ermordet.

Tagtäglich seien Schwule, Lesben und Transgender in Honduras Gewalt, Diskriminierung und Folter ausgesetzt. Sie werden oft auch förmlich gejagt und aufgrund ihrer sexuellen Neigung ermordert. Aus diesem Grund protestierten nun einige Duzend schwullesbische Aktivisten vor dem Justizministerium in Tegucigalpa, der Hauptstadt des mittelamerikanischen Landes, um auf diese Probleme aufmerksam zu machen. Sie fordern von der Politik und den Behörden, dass diese Straftaten endlich ernst genommen, dass die Morde aufgeklärt und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden. Dass eine hohe Dringlichkeit besteht, zeigt schon alleine die Tatsache, dass im Jahr 2011 bislang bereits 58 Schwule und Lesben umgebracht wurden. Dies sind aber nur jene Fälle, bei denen die Sexualität der Opfer geklärt wurde.

Die Demonstranten forderte die Regierung auf, diese Gewalttaten ernst zu nehmen. Es gebe keinen Respekt gegenüber der sexuellen Diversität, erklärte ein Sprecher der Community. Schon vor Kurzem legte eine Aids Organisation Protest beim Präsident von Honduras, Porfirio Lobo, ein, nachdem dem einige Mitglieder der Organisation umgebracht wurden. Auch sie forderten Lobo zum Handeln auf, damit die Täter gefasst und entsprechend bestraft werden können. Bereits im Januar diesen Jahres machte die amerikanische Botschaft darauf aufmerksam (gay.ch berichtet), dass sich die Situation für Schwule, Lesben und Transgender in Honduras verschlimmert hat, und seither hat sich die Lage für die LGBTs nochmals drastisch verschärft. Zum Vergleich: Damals im Januar 2011 waren es noch 31 Morde in insgesamt drei Jahren...

Nur Stunden bevor die Schwulen und Lesben protestierten, wurde eine Kundgebung von Journalisten, welche sich in Richtung Präsidentenpalast in Bewegung setzte brutal von der Polizei mit Schlagstöcken und Tränengas verhindert. Die Journalisten wollten ebenfalls auf ein eklatantes Sicherheitsrisiko aufmerksam machen, da seit Januar 2010 17 ihrer Berufskollegen brutal ermordet wurden. Damals übernahm Porfirio Lobo das Amt des Präsidenten, nachdem er sich in den Wahlen gegen den amtierenden Mel Zelaya durchsetzten konnte. Seit diesem Richtungswechsel ist Honduras mit rund zwanzig Morden pro Tag bei rund acht Millionen Einwohnern zum gefährlichsten Land in Mittelamerika geworden.