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GRENADA: Mann nach schwulem Sex verhaftet
family image(27.05.11/dom) Schwuler Sex ist in Grenada verboten - zumindest auf dem Papier, doch das Gesetz wurde kaum je angewandt. Doch nun wurde ein Mann verhaftet, weil er Sex mit einem anderen Mann hatte.

Auf der Karibikinsel Grenada wurde am Dienstag ein 41-jähriger Mann verhaftet, weil er Sex mit einem unbekannten, 17-jährigen Mann hatte. Das Alter ist aufgrund des Gesetzes kein Problem, da das Schutzalter bei 16 Jahren liegt, jedoch, dass es schwuler Sex war, macht die Angelegenheit zu einem Strafbestand. Sex zwischen Männern gilt nämlich auf Grenada als "widernatürlich" und kann mit einer Gefängnisstrafe von bis zu zehn Jahren bestraft werden. Bislang wurde dieses Gesetz jedoch kaum je angewandt, daher sind nun zahlreiche Menschenrechtsgruppen irritiert, und sie fragen sich, ob sich die bisherige Handhabe nun zum schlechten Wende.

In Grenada, wie auf vielen Inseln in der Karibik, ist Homosexualität strafbar, in den meisten Staaten mit bis zu zehn Jahren Haft, aber es gibt auch Ausnahmen wie Guyana oder Barbados, welche gar lebenslängliche Gefängnisstrafen vorsehen. Während das Gesetz gegen Homosexualität in vielen Ländern kaum angewandt wird, so gibt es auch Staaten, wie etwa Jamaika, welche massiv gegen Schwule vorgehen. So wurde im letzten Jahr in Jamaika ein Gay Aktivist ermordet, und in St. Lucia wurden drei Schwule verprügelt (gay.ch berichtete).

In Grenada werden Schwule vor allem dahin gehend diskriminiert, dass sie kaum Chancen haben eine Wohnung oder eine Arbeitsstelle zu erhalten. Wie ein Sprecher einer lokalen Organisation, welche sich für Minderheiten einsetzt, erklärte, sei sich die Regierung bewusst, dass das Gesetz angepasst werden müsse, um es auch dem Stand der internationalen Menschenrechte anzupassen, doch bisher sei kaum etwas passiert.