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FRANKREICH: Tunesier fürchtet Ausschaffung
family image(04.01.12/dom) Obwohl er in einer Eingetragenen Partnerschaft mit einem Franzosen lebt, muss ein Tunesier in Frankreich um seine Aufenthaltsbewilligung fürchten: Der Grund liegt wie so oft in einem Visavergehen.

Im Jahr 2007 kam Ashraf, wie das französische Gay Magazin “Têtu” berichtet, als Student nach Frankreich. Er genoss das Leben, da er seine Homosexualität erstmals offen ausleben konnte. Als sein Visum später auslief, blieb er auch ohne Aufenthaltsgenehmigung weiter in Frankreich. Es war im 2009, als der 24-Jährige Olivier kennen lernte. Die Beiden liessen ihre Partnerschaft eintragen, doch nun holte Ashraf die Vergangenheit ein. Die Behörden weigern sich bislang, ihm aufgrund der Visaverletzungen von damals, eine Aufenthaltsbewilligung auszustellen.

Der Anwalt von Ashraf erklärte gegenüber “Têtu”, dass trotz der Eingetragenen Partnerschaft mit einem Franzosen, nicht automatisch das Recht auf eine Aufenthaltsbewilligung erhalte. Doch, fügte er hinzu, dass gerade die registrierte Partnerschaft nun ein Problem für ihn darstelle, falls er zurück in seine Heimat Tunesien müsste. Ashraf lebt nun in ständiger Angst, dass er jederzeit zurückgeschafft werden könnte, denn in seiner Heimat würden ihm bis zu drei Jahre Haft drohen. Nicht zuletzt seit dem arabischen Frühling ist es gerade auch für Schwule, Lesben und Transgender umso schwieriger geworden, da die Islamisten und konservative Kräfte ihren Einfluss eher noch ausbauen konnten.

Er habe Frankreich durch das Internet und das Fernsehen als “schwules Eldorado” gesehen. Daher sei er hierher gekommen, um einfach ein normales Leben führen zu können, meinte Ashraf weiter. Seine Familie habe alle Kontakte zu ihm abgebrochen, als er sich als schwul geoutet habe, und auch deshalb wollte er aus Tunesien fliehen. Es sei jenes Land, welches sein Leben durch Gewalt und Erniedrigung unerträglich gemacht habe. Das gleiche Land, in welchem einmal vier bärtige Männer ihm eine ganze Nacht lang ein Messer an den Hals hielten, damit er seine sexuelle Orientierung aufgebe...