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FRANKREICH: Nein zur Einführung der Homo-Ehe
family image(15.06.11/dom) In Frankreich bleibt alles beim Alten: Den gleichgeschlechtlichen Paaren wird auch weiterhin das Recht auf eine gleichgestellte Ehe verweigert - dies hat die Nationalversammlung am Dienstag in einer Abstimmung beschlossen.

222 Abgeordnete der französischen Nationalversammlung in Paris stimmten für den von den Sozialisten eingebrachten Gesetzesentwurf, und 293 sprachen sich dagegen aus. Damit bleibt die so genannte Homo-Ehe weiterhin verboten, sprich, den schwullesbischen Paaren bleibt weiterhin nur die Möglichkeit ihre Partnerschaft eintragen zu lassen. Für die Ablehnung war vor allem die UMP, die regierende Partei von Präsident Nicolas Sarkozy verantwortlich. Doch auch innerhalb dieser Partei machten sich Gräben auf, denn wie in der gesamten Bevölkerung Frankreichs, so steigt auch in der UMP die Unterstützung für die Gleichstellung der Ehe.

Die Supporter des Gesetzesentwurf, allen voran die Sozialisten, erklärten, dass Frankreich in Bezug auf die Rechte für Schwule und Lesben hinter seine Nachbarländer zurückfalle. Sowohl Spanien, wie auch die Niederlande und Belgien haben nämlich die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare mit der Hetero-Ehe gleichgestellt. Weiter haben die Sozialisten nach der Abstimmung in der Nationalversammlung verlauten lassen, dass sie der Einführung der Ehe für schwullesbische Paare erhöhte Priorität beimessen werden, falls sie bei den nächsten Wahlen im Jahr 2012 an die Macht kommen sollten. Die Bevölkerung von Frankreich ist laut Umfragen ebenfalls für die Gleichstellung: Bei der letzten Erhebung, welche im Januar vom Fernsehsender "Canal Plus" durchgeführt wurde, sprachen sich 58 Prozent dafür aus. Fünf Jahre zuvor waren es noch 45 Prozent.

Anfang dieses Jahres hat das französische Verfassungsgericht geurteilt, dass ein Verbot der Homo-Ehe die Verfassung nicht verletzte. Die Gleichstellung der Ehe müsse daher via der Nationalversammlung eingebracht werden, hiess es in der Urteilsbegründung weiter. Derzeit können schwullesbische Paare in Frankreich ihre Partnerschaft registrieren lassen, doch damit werden etwa weder Erbangelegenheiten noch Besitzansprüche gegenüber dem Partner geregelt.