(23.01.12/dom)
Es war eine grosse Überraschung, doch der schwule Kandidat
der Grünen, Pekka Haavisto, erreichte am Sonntag bei den
Präsidentschaftswahlen auf Anhieb Platz 2 und tritt nun in einer
Stichwahl gegen den liberalkonservativen Favoriten Sauli
Niinistö an.
Noch nie hatten die Grünen in Finnland einen solchen Erfolg
erzielt: Auf Anhieb holte Pekka Haavisto im ersten Durchgang der
Präsidentschaftswahlen einen Stimmenanteil von 18.8 Prozent.
Damit liegt er zwar deutlich hinter dem Favoriten Sauli Niinistö,
welcher 37 Prozent erreichte, doch knapp vor dem liberalen,
europakritischen Paavo Väyrynen, mit 17.5 Prozent, und deutlich
vor dem Rechtspopulisten Timo Soini mit 9.4 Prozent. Da aber
kein Kandidat das absolute Mehr erreichen konnte, kommt es nun
zur Stichwahl zwischen Haavisto und Niinistö um die Nachfolge
der beliebten Sozialdemokratin Tarja Halonen, welche nach zwei
absolvierten Amtsperioden nicht mehr antreten kann. Der zweite
Wahlgang wird am 5. Februar stattfinden.
Obwohl Sauli Niinistö im zweiten Wahlgang wohl gewählt wird,
könnte es doch noch knapper werden, denn beide Politiker haben
eine ähnliche Wählerschaft. Hätte Niinistö gegen den Liberalen
Väyrynen antreten müssen, wäre das Ergebnis wohl klarer gewesen,
doch mit Haavisto könnte es unter Umständen doch noch zu einer
Überraschung kommen. Viele Linke und Sozialdemokraten, sowie
auch die liberalen Wähler in den Grossstädten könnten in Pekka
Haavisto eine wählbare Alternative sehen. Es bleibt die Frage,
wie die rund 25 Prozent wählen werden, welche sich für einen
europaskeptischen Weg entschieden haben, welcher nun aber von
keinem der beiden Kandidaten vertreten wird, denn sowohl
Haavisto, wie auch Niinistö gelten als europafreundlich.
Pekka Haavisto lebt mit Antonio Flores in einer eingetragenen
Partnerschaft. Der ehemalige Vorsitzende der Partei Grüner Bund
kann bereits auf eine äusserst erfolgreiche, politische Karriere
zurückblicken. Von 1995 bis 1999 war er Umweltminister, damit
war er in Europa der erste Minister überhaupt, welcher der
Grünen Partei angehört. Auch international ist Haavisto bestens
vernetzt, so leitete er das UN-Umweltprogramm in diversen
Ländern. 2005 wurde er zudem zum Sonderbevollmächtigten der
Europäischen Union für den Sudan ernannte. Er führte damals
Vorort Verhandlungen rund um die Konfliktregion Darfur.
|
|
Halte Dich auf dem Laufenden:
|
|