(26.11.10/dom)
Es ist so was wie eine kleine Revolution: Während sich die
katholische Kirche mit Vehemenz gegen Homosexualität wehrt,
machte die Landessynode der evangelischen Kirchen in Bayern
Nägel mit Köpfen: Pfarrer und Pfarrerinnen dürfen mit ihren
gleichgeschlechtlichen Partner im Pfarrhaus zusammenwohnen.
Es war alles andere als knapp, als die Landessynode am
Donnerstag über dieses Anliegen abgestimmt hat. Mit 108 gegen
fünf Stimmen haben die Abgeordneten des Kirchenparlaments des
deutschen Bundeslands Bayern dem Beschluss des
Landeskirchenrates zugestimmt. Fünf weitere Mitglieder haben
sich zudem der Stimme enthalten, wie der Landesbischof Johannes
Friedrich erklärte. Damit dürfen schwule Pfarrer und lesbische
Pfarrerinnen künftig offiziell mit ihren PartnerInnen zusammen
in den evangelischen Pfarrhäusern leben.
Es gibt allerdings auch gewisse Auflagen, wie der Landesbischof
weiter ausführt: So sei es Voraussetzung, dass die Einheit der
Gemeinde durch das Zusammenziehen nicht gefährdet werde, zudem
müssten die zuständigen Gremien damit einverstanden sein. Wenn
in etwa einem Jahr über die Reform des neue Pfarrdienstgesetz
bestimmt wird, soll die Debatte aber nochmals aufgriffen werden.
Während den Diskussionen rund um den Antrag, hat das
Kirchenparlament zudem darum gebeten, dass die Frage beantwortet
werden soll, welche Rolle lesbische Pfarrerinnen und schwule
Pfarrer innerhalb der evangelischen Kirche einnehmen soll. Auch
soll das Thema der Homosexualität Seitens der Kirche verstärkt
behandelt und diskutiert werden, forderten die Mitglieder des
Parlaments weiter. |