(25.02.11/dom)
Papst Benedikt XVI. kommt zwar erst im September 2011 für
einen offiziellen Besuch in seine frühere Heimat Deutschland,
doch schon jetzt haben sich verschiedenste schwullesbische und
kirchenkritische Gruppierungen zusammengefunden, um über ihr
Vorgehen zu beraten.
Schon als Kardinal hat er sich immer wieder mit extrem
homophoben Schriften über Homosexuelle ausgelassen, und auch als
Papst weicht Benedikt XVI. nicht von seiner damaligen Haltung
ab. Aus diesem Grund beraten sich nun zahlreiche schwullesbische
und kirchenkritische Organisationen unter dem Titel "Bündnis zum
Papstbesuch", wie sie auf den kommenden Deutschlandbesuch des
Papstes im September dieses Jahres reagieren wollen. So stösst
ihnen vor allem sauer auf, dass der Papst sogar eingeladen
wurde, eine Rede vor dem Bundestag zu halten, und dass sich
keine Partei dagegen gewehrt hat. Papst Benedikt XVI. akzeptiere
zahlreiche Punkte nicht, welche in der deutschen
Verfassungsordnung stehen, wie etwa die Gleichberechtigung und
das Diskriminierungsverbot von Schwulen und Lesben, heisst es in
einer Erklärung.
Vom 22. bis zum 25. September 2011 wird Papst Benedikt XVI.
seinen ersten offiziellen Staatsbesuch in Deutschland
absolvieren. Dazu ist auch ein grosser öffentlicher Gottesdienst
unter freiem Himmel geplant. Wie der LSVD, der Lesben- und
Schwulenverband Deutschland, zudem vorschlug, sollte der Papst
doch auch das Mahnmal für die im Nationalsozialismus verfolgten
Homosexuellen besuchen, welches sich ganz in der Nähe des
Holocaustdenkmals befindet. Damit könnte er ein Zeichen setzen
und einen Schritt auf die Schwulen und Lesben zu gehen. Doch,
dass der Papst dies wirklich tun wird, gilt als sehr
unwahrscheinlich.
Der Protest, da sind sich die Initianten des "Bündnis zum
Papstbesuch" einig, wird auch eine Gratwanderung werden. Man
wolle mit den geplanten Aktionen keine religiösen Gefühle
verletzen, jedoch wolle man seine Ansichten und Standpunkte
trotzdem klar zum Ausdruck bringen. Um die Proteste auch gut
ausarbeiten zu können, hat das Bündnis auch eine
Koordinationsstelle ausgeschrieben. Finanziert wird diese
Teilzeitstelle vom Berliner Buchverleger Bruno Gmünder. |