(02.06.11/dom)
Berlin hat eins, Wien auch, und nun soll auch München ein
Mahnmal erhalten, welches an die durch die Nationalsozialisten
ermordeten Homosexuellen erinnern soll.
München war einer der ersten Orte, wo die
Nationalsozialisten begannen, explizit Homosexuelle zu verfolgen
und zu verhaften. Das war damals am 20. Oktober 1934 als unter
anderem der damals weit über die Stadtgrenzen von München hinaus
bekannte Schwulentreff, die Bar mit dem Namen "Schwarzfischer"
einer Razzia unterzogen wurden. Dieses Lokal lag an der Ecke
Oberanger und Dultstrasse, wo nun auch das neue Mahnmal
errichtet werden soll, welches an die homosexuellen Opfer durch
die nationalsozialistische Politik erinnern soll. Nur wenige
Schritte vom geplanten Standort des Mahnmals befindet sich heute
zudem auch das Jüdische Mueseum.
Ein Mahnmal für die schwulen Opfer der Nazis in München wäre wünschenswert, vor allem unter dem Gesichtspunkt, da Homosexuelle
lange nicht als offizielle Opfergruppe des Holocaust
wahrgenommen wurden. Bereits 1985 forderten
Schwulenorganisationen, dass sie im Konzentrationslager von
Dachau in der Nähe von München eine Gedenktafel erhalten. Doch
es dauerte ganze zehn Jahre, bis auch die Schwulen und Lesben
offiziell als Opfergruppe anerkannt wurden. Seit 2008 existiert
auch das Projekt, welches für ein eigenes Mahnmal in der Stadt
München. Der Vater hinter dieser Idee ist Thomas Niederbühl von
der schwulen Partei "Rosa Liste". Die Chancen, dass das Projekt
nun tatsächlich realisiert wird, stehen gut, denn sowohl die
Grünen, wie auch die SPD, welche München gemeinsam reagieren,
setzen sich für die Umsetzung ein. Auch die sich in der
Opposition befindliche CSU erklärte, dass sie einem Mahnmal
zustimmen würde. Sie gaben jedoch zu bedenken, dass bislang noch
kein Holocaust-Denkmal in München existiere, welches einer
einzelnen Opfergruppe gewidmet sei.
Bild: Mahnmal für die durch die Nationalsozialisten verfolgten
Homosexuellen in Berlin |