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DEUTSCHLAND: Setzt sich die Regierung für die Stärkung der Rechte für Gays im Ausland ein?
family image(20.10.10/dom) Wie schaut die wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Entwicklungshilfe mit Ländern aus, welche die Menschenrechte von Homo- und Transsexuellen nicht respektieren: Diese Anfrage richteten in Deutschland sechzehn Bundespolitiker und die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen an die Regierung.

Mit ihrer Anfrage wollen die Politiker erfahren, wie sich die Bundesregierung etwa in Ländern wie Uganda, Tansania und Sambia dafür eingesetzt hat, damit die Rechte von Homo- und Transsexuellen geachtet werden. Sie wollen wissen, ob sich Deutschland in diesen Ländern dafür einsetzt, dass Homosexualität nicht mehr kriminalisiert und als Strafbestand behandelt wird. Die Politiker schreiben in ihrer Anfrage, dass der Iran, Saudi Arabien, Sudan, Mauretanien, der Jemen, Somalia und der nördliche Landesteil von Nigeria auf Homosexualität die Todesstrafe aussprechen. Dazu kommen 75 weitere Länder, welche die gleichgeschlechtliche Liebe als Strafbestand behandeln, und unter diesen seien mindestens sechzehn Länder, welche Homosexualität mit mehr als elf Jahren Haft bestrafen. Hinzukommt, dass in vielen Ländern Straftaten, welche sich gegen Schwule, Lesben, Bi- oder Transsexuelle richten nicht von Gesetzes wegen geahndet werden.

In einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau" sprach sich der damalige Vorsitzende der FDP, der heutige Aussenminister Guido Westerwelle dafür aus, die Entwicklungszusammenarbeit mit sämtlichen Ländern einzustellen, welche Homosexuelle verfolgen und mit mehr als elf Jahren Haft bestrafen. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen kritisiert in ihrer "Kleinen Anfrage" nun aber diese Haltung als zu kurz gegriffen und als unseriös. Durch diese Massnahme habe Deutschland keinerlei Möglichkeit Einfluss zu nehmen, und es würden damit auch Massnahmen und Projekte unterbunden, welche die Toleranz und die Aufklärung im Land fördern würden. Es sei besser, so stellen die Politiker die Forderung auf, wenn man die Entwicklungszusammenarbeit mit der Verbesserung der Menschenrechtslage verkopple, und damit Ziele für die jeweiligen Partnerländer vereinbaren. Damit soll die Akzeptanz von Schwulen, Lesben und Transgender gefördert werden, aber auch der Aufbau von Rechtsstaatlichkeit soll unterstützt werden.

Die Politiker und die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen verlangen mit ihrer "Kleinen Anfrage" nun Aufklärung darüber, wie die Bundesregierung mit dieser Thematik umgeht. Sie fordern zudem, dass sämtliche Kontaktpersonen und Gespräche aufgelistet werden, welche darüber im In- und Ausland geführt wurden, zudem wollen sie unter anderem wissen, wie die Regierung Menschenrechtsverteidiger schützt, welche sich in diesen Ländern für die Rechte der Schwulen, Lesben und Transgender einsetzen. Dazu haben sie einen Fragenkatalog mit einem duzend konkreten Fragen eingereicht, welche sie beantwortet haben wollen.