(01.12.10/dom)
In China breitet sich das HI-Virus derzeit rasant aus. Nun
melden sich verschiedene Professoren zu Wort, und sie haben
einen pragmatischen Vorschlag: Die Einführung der so genannten
Homo-Ehe könnte der Ausbreitung von HIV/Aids entgegenwirken.
Kurz vor dem Internationalen Weltaidstag haben sich
verschiedene Experten an die Öffentlichkeit gewandt um auf die
stetige Ausbreitung des HI-Virus in China hinzuweisen. Obwohl
die Rate landesweit offiziell bei 0.05 Prozent liegt, so sind es
besonders jene Männer, welche mit Männern Sex haben, welche von
HIV/Aids am stärksten betroffen sind. Bei den Schwulen in den
grösseren Städten soll sich bereits jeder fünfte mit der sexuell
übertragbaren Krankheit angesteckt haben. Aufgrund dieser
Tatsache schlägt nun unter anderem Zhang Beichuan vor, dass die
Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet werden soll. Der
Professor der Universität Qingdao setzte sich in der
Vergangenheit immer wieder öffentlich für die Rechte der
Schwulen und Lesben ein, er ist der Meinung, das durch die so
genannte Homo-Ehe die Beziehung zwischen zwei Männern stabiler
wird, und dass dadurch die Gefahr der HIV-Infizierung reduziert
werden könne.
Es sei nicht zuletzt auf das Nichtvorhandensein von gesetzlichen
Regelungen für gleichgeschlechtliche Paare zurückzuführen, dass
schwule Männer oftmals mehrere Sexualpartner hätten. Dies führe
dann auch zu einer weiteren Verbreitung des HI-Virus. So zeigt
eine Studie aus der Stadt Chongqing, dass sich die HIV-Rate bei
Homosexuellen innerhalb von nur drei Jahren fast verdoppelt hat.
2006 waren 10.6 Prozent der schwulen Männer mit dem HI-Virus
infiziert, und 2009 waren es bereits 19.2 Prozent. Ähnliche
Zahlen gibt es auch aus anderen Städten. Wie viele Homosexuelle
es aber generell in China gibt, darüber gibt es ganz
unterschiedliche Statistiken. So geht das chinesische
Gesundheitsministerium von fünf bis zehn Millionen aus. Doch
dies dürfte laut Experten eine sehr konservative Schätzung sein.
Sie rechnen eher mit Zahlen von rund 40 Millionen.
Doch auch die Regierung bleibt nicht untätig: So seien
ernsthafte Bemühungen sichtbar, um gerade die Homosexuellen mit
geeigneten Präventionsmassnahmen zu erreichen. So würden sie
über die Aids-Problematik aufgeklärt und ihnen würden auch
kostenlose Kondome verteilt, heisst es vom stellvertretenden
Direktor des Büros für Krankheitsprävention, Hao Yang. Es ist
aber trotzdem sehr schwierig, diese Männer zu erreichen, da
Schätzungen zufolge rund achtzig Prozent in einer
heterosexuellen Ehe oder Beziehung leben. Damit bringen sie
oftmals auch ihre Frauen in Gefahr, da sie sich ausserhalb der
Ehe beim Kontakt mit anderen Schwulen mit dem HI-Virus anstecken
können. |