(14.06.2010/pk/los)
Eine Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer ist für eine
Anerkennung der gleichgeschlechtlichen Elternschaft
Eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung ist für eine Anerkennung
der gleichgeschlechtlichen Elternschaft (Regenbogenfamilien) und
die Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare. Zu diesem
Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage unter 1007 Personen
des Instituts Isopublic, durchgeführt im Juni im Auftrag der
Lesbenorganisation Schweiz LOS und Pink Cross.
Eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung ist für eine
Anerkennung der gleichgeschlechtlichen Elternschaft
(Regenbogenfamilien) und die Adoption von Kindern durch
homosexuelle Paare. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative
Umfrage unter 1007 Personen des Instituts Isopublic,
durchgeführt im Juni im Auftrag der Lesbenorganisation Schweiz
LOS und Pink Cross.
Diesen Dienstag, 15. Juni wird eine Petition des Vereins
„Gleiche Chancen für alle Familien“ der Bundeskanzlei übergeben,
die unter anderem eine bessere Anerkennung der
Regenbogenfamilien fordert. In diesem Zusammenhang haben die
homosexuellen Dachverbände LOS und Pink Cross eine Studie bei
Isopublic in Auftrag gegeben, die folgendes aufzeigt:
•Die Notwendigkeit, einen gesetzlichen Rahmen für diese Familien
zu schaffen, wird von 86,3% der Befragten anerkannt.
•Die Möglichkeit der Adoption des Kindes der Partnerin oder des
Partners wird von zwei Dritteln der SchweizerInnen befürwortet.
•Schliesslich findet sogar die gemeinsame Adoption durch
gleichgeschlechtliche Paare eine Unterstützung der Mehrheit der
Schweizer Bevölkerung (53%).
Ein Plebiszit für einen angepassten gesetzlichen Rahmen
Frage 1 „Bereits heute leben in der Schweiz tausende
von Kindern in einer aus gleichgeschlechtlichen Partnern
bestehenden Familie. Was denken Sie, sollten diese Kinder die
gleichen rechtlichen Rahmenbedingungen erhalten wie Kinder in
andern Familien? Wären Sie sehr dafür, eher dafür, eher dagegen
oder ganz dagegen?“ Auf diese Frage antworteten die Schweizer
und Schweizerinnen mit 52% „sehr dafür“, 34,3% „eher dafür“,
5,6% „eher dagegen“ und 4,7% „ganz dagegen“; dh. mit 86,3%
befürwortenden Stimmen (gegen 10,3% „dagegen“).
2 von 3 SchweizerInnen befürworten die Adoption des
Kindes der Partnerin oder des Partners
Auf die Frage 2 „Heute ist es in der Schweiz so, dass
Kinder von ihrem Stiefvater oder ihrer Stiefmutter adoptiert
werden können. Kinder aus einer Familie mit
gleichgeschlechtlichen Partnern können hingegen nicht vom
Partner des leiblichen Vaters bzw. von der Partnerin der
leiblichen Mutter adoptiert werden. Was ist Ihre Meinung dazu,
sollten diese Kinder in Zukunft auch vom gleichgeschlechtlichen
Partner bzw. der gleichgeschlechtlichen Partnerin adoptiert
werden können?
Wären Sie sehr dafür, eher dafür, eher dagegen oder ganz
dagegen? antworteten die Schweizer und Schweizerinnen mit 27.8%
„sehr dafür“, 38% „eher dafür“, 16,2 % „eher dagegen“ und 13,7%
„ganz dagegen“; dh. mit 65,8% befürwortenden Stimmen (gegen 30 %
„dagegen“).
Die Adoption durch homosexuelle Paare
Auf die Frage 3 „In der Schweiz ist es für homosexuelle
Paare nicht möglich, Kinder zu adoptieren. Wie würden Sie dazu
stehen, wenn es gleichgeschlechtlichen Paaren in Zukunft möglich
wäre, Kinder zu adoptieren? Wären Sie sehr dafür, eher dafür,
eher dagegen oder ganz dagegen? “ antworteten die Schweizer und
Schweizerinnen mit 20% „sehr dafür“, 33% „eher dafür“, 21,9 %
„eher dagegen“ und 22.4% „ganz dagegen“; dh. mit 53%
befürwortenden Stimmen (gegen 44,3 „dagegen“).
Ein Umschlagen der öffentlichen Meinung
Die Frage 3 wurde der Schweizer Bevölkerung schon vor 6
Jahren gestellt, durch das gleiche Institut, mit dem genau
gleichen Wortlaut und dem gleichen Verfahren (mandatiert vom
Magazin Facts, Ausgabe vom 7. April 2004). Der Vergleich der
Zahlen ist vielsagend: Das Resultat von 2004 (41,3% dafür gegen
56% dagegen) ist 2010 fast umgekehrt (53,0% dafür gegen 44,3%
dagegen (2,3% Unentschlossene in 2004, respektive 2,7 in 2010).
Diese Änderung der öffentlichen Meinung zeigt, laut Anita Wymann,
Co-Präsidentin der Lesbenorganisation Schweiz LOS, dass die
Schweizer Bevölkerung bereit ist, die Frage der
gleichgeschlechtlichen Elternschaft auf politischer und
juristischer Ebene aufzunehmen, damit die Tausenden von
betroffenen Familien endlich durch einen gesetzlichen Rahmen
geschützt sind.
Es gilt hervorzuheben, dass bei allen drei gestellten Fragen die
Frauen ungefähr 10% häufiger mit „sehr dafür“ geantwortet haben
als die Männer. Laut Uwe Splittdorf, Geschäftsleiter von PINK
CROSS, lässt sich das auf die Tatsache zurückführen, dass die
Frauen immer noch den zentralen Punkt der Familie einnehmen und
dadurch eine dezidiertere Meinung zur Sache haben als die
Männer.
Man kann auch feststellen, dass die Deutschschweizer häufiger
„sehr dafür“ sind als die Romands (zwischen 8,7% und 24,8%
mehr). Laut Jean-Paul Guisan, Sekretär von Pink Cross Romandie,
und Barbara Lantheman, Sekretärin von LOS Romandie, ist das
keine Überraschung, da die Romands sich schon 2005 bei der
Abstimmung zur eingetragenen Partnerschaft zurückhaltender
gezeigt haben.
Die Dachorganisationen LOS und PINK CROSS rufen daher die
PolitikerInnen auf, ein offenes Ohr zu haben für dieses
berechtigte Anliegen und die entsprechenden Schlüsse zu ziehen.
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