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PORTUGAL: Model plädiert auch "nicht schuldig"
family image(02.02.2011/lp) Model Seabra ist geständig den Journalisten Castro ermordet zu haben, plädiert jedoch auf "nicht schuldig". Wie das gehen soll...

Der Mord an Castro (siehe unten) hat international für Schlagzeilen gesorgt. Am 1. Februar fand die erste Anhörung vor dem Richter statt, welche in gerade Mal rund drei Minuten über die Bühne gegangen ist. Bereits im Vorfeld liess das Model wissen, dass er den Journalisten umgebracht hat, um die "schwulen Dämone" zu vertreiben. Im heutigen Jahrhundert äusserst verständlich...

Die nächste Anhörung wurde für den 4. März angesetzt. Er ist des Mordes zweiten Grades angeklagt, was in New York in einer Gefängnisstrafe zwischen 15 und 25 Jahren resultieren könnte. Zum Mord wurden weitere Details bekannt: So hat das Model sein Opfer nach einer verbalen Auseinandersetzung von hinten am Hals gepackt, ihn über den Boden gezogen, anschliessend erwürgt und mit einem Korkenzieher den Hoden entfernt.

Die Verteidigung hat nun zwei Möglichkeiten um die Strafe möglichst tief zu halten oder zu reduzieren: Sie überzeugt die Geschworenen, dass der Mord nicht beabsichtigt war, oder, dass er im Affekt gehandelt haben soll.

In unserer aktuellen Ausgabe (Februar/März) sind weitere Hintergründe zu diesem Fall nachzulesen: Wie die Mutter das Geld für die Verteidigung aufbringen möchte, wie Seabra den "Journi" reingelegt hat, wieso in Foren homophobe Sprüche auftauchen und wie der Mörder Sachen vertuschte...
 

family image(09.01.2011/lp) Portugal steht unter Schock: Carlos Castro, ein angesehener Journalist, wurde kastriert und ermordet aufgefunden. Sein angeblicher Liebhaber steht unter Mordverdacht.

Zwischen dem Journalisten Carlos Castro (65) und dem Model Renato Seabra (21), der durch die Reality-Show "À procura do sonho - Face Model of the Year" (Auf der Suche nach dem Traum - Face Model of the Year) seine Karriere einen Schub geben wollte, liegen 40 Jahre Altersunterschied. Am letzten Freitag checkte das "Paar" im Hotel Intercontinental in New York ein, wo sich danach die zwei Männer laut gestritten haben sollen. Kurz darauf wurde Carlos Castro tot aufgefunden, kastriert, mit erheblichen Kopfverletzungen. Das Opfer soll erst - mit einem Korkenzieher - kastriert wurden sein, nach dem er bereits gestorben war.

Der Mordverdächtiger wurde später in einem Spital verhaftet. Der Taxichauffeur hatte ihn durch ein in den News veröffentlichtes Foto wieder erkannt und hat darauf ihn die Polizei informiert. Nach Angaben der portugiesischen Presse wies Renato Seabra bei der Einlieferung Schnitte im Gesicht und Pulsanderbereich auf.

Zur Zeit untersucht die Polizei das Hotelzimmer nach Beweisen und befragt das Personal, sowie Monica Pires, eine Kollegin von Carlos Castro, die den Journalisten tot aufgefunden hat. Castro und Pires waren zum Nachtessen verabredet. Nach ersten Aussagen von Pires soll Renato Seabra an ihr vorbei gelaufen sein, als sie auf Castro wartete, und ihr gesagt haben: "Carlos wird heute nicht mehr aus dem Hotel herauskommen". Das Model soll Blutflecken an den Kleider aufgewiesen haben, so Pires. Sie bat dem Hotelpersonal, sie zu Castros Zimmer zu begleiten und die Türe aufzuschliessen. Der Journalist lebte bereits nicht mehr, als sie das Zimmer betreten haben. Pires bestätigt die Kopfverletzungen und die Kastration.

Kollegen vom Model wollen nie bemerkt haben, dass er schwul sein soll. In einer ersten Stellungsnahme gegenüber dem Fernsehsender TVI liess die Mutter ebenfalls verlauten, dass ihr Kind heterosexuell sein soll und demnach gar keine Liebschaft mit dem Journalist hätte haben können. Die Mutter ist inzwischen auf dem Weg nach New York. Auch die Angehörigen von Carlos Castro werden demnächst nach New York fliegen. Castros letzter Wunsch war, dass seine Asche über New York verstreut werden. Die Ironie des Schicksals: Castro starb just in New York. Der Flug seiner Begleitung hat Castro selber bezahlt...