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AUSTRALIEN: Ungewöhnliche Protestaktion an Mardi Gras
family image(09.03.11/dom) Weil der christdemokratische Politiker aus Sydney, Peter Madden, die Schwulen als "moralisch verdorben" titulierte und forderte, dass der Mardi Gras ganz verboten werden solle, kam es während dem Mardi Gras zu einer ungewöhnlichen Protestaktion: Hetero-Jungs küssten wild mit Hetero-Jungs, und Hetero-Frauen mit Hetero-Frauen…

Er sorgte für Wut und Empörung, als er einen Videoclip auf YouTube stellte, und darin forderte, dass Mardi Gras in Sydney verboten werden müsse. Es sei nur "Live Porno" und tausende Jugendliche seien betrunken in den Strassen der Stadt und würden zu Lust, Schmutz und moralisch verdorbenem angestiftet, erklärte Peter Madden in seinem Clip weiter. Diese Äusserungen sorgten für hohe Wellen in Down Under, und verschiedenste Organisationen wie auch "Freedom 2 b" forderten eine offizielle Entschuldigung von Peter Madden - doch bislang ohne Erfolg.

Dafür meldete sich aber kurz vor dem Mardi Gras John Madden, der Bruder von Peter, zu Wort. Es tue ihm Leid, dass sein Bruder solche unfairen und ignoranten Aussagen über Schwule und Lesben und die Mardi Gras Parade veröffentlicht habe, welche so viele verletzt und wütend gemacht haben. Er habe gedacht, dass die Gesellschaft schon lange über solche Ansichten hinweg sei, ging John Madden mit seinem Bruder hart ins Gericht. Er wandte sich aber nicht nur mit dieser Stellungnahme an die Öffentlichkeit, sondern, er liess es sich auch nicht nehmen, am vergangenen Samstag an der offiziellen Parade für die Organisation "Freedom 2 b" mitzulaufen.

Nicht nur John Madden setzte an diesem Tag ein eindrückliches Zeichen gegen die verachtlichen Aussagen seines Bruders, sondern auch eine Gruppe von heterosexuellen Frauen und Männern riefen zu einer aussergewöhnlichen Protestaktion auf - und zwar zu einem Kiss-in. Hetero-Jungs küssten dabei wie wild andere Hetero-Männer, und auch Hetero-Frauen küssten mit Hetero-Frauen: Eine sympathische Geste gegen Ausgrenzung und Homophobie.

Das vergangene Wochenende in Sydney war wie immer der grösste Event im schwullesbischen Kalender von Australien: 135 Gruppen und Wagen waren an der Parade vertreten mit insgesamt rund 8500 Teilnehmern, und hinzukommen noch einige zehntausend Zuschauer am Strassenrand. Auch zahlreiche Celebrities liessen es sich nicht nehmen um an der Parade mitzugehen, so etwa die lesbische Schauspielerin Lily Tomlin und der schwule Turmspringer und Olympiasieger Matthew Mitcham.

Im Anschluss an die Parade fand dann die offizielle Mardi Gras Party statt mit rund 13'000 Besuchern und einem eindrücklichen Lineup. Auf der Bühne performten unter anderem Alexis Jordan und Calvin Harris, und als Gast vor Ort waren unter anderem Rihanna und Ke$ha. Rihanna war per Zufall mit ihrer "Only Girl"-Tour in der Stadt zu Gast, und sie wurde rasch zum Thema der Party. So ging auch das Gerücht um, dass sie drei Songs performen werde, doch der Veranstalter erklärte, dass die Sängerin "nur" als Gast vor Ort sei, und dass nie ein Auftritt von ihr geplant gewesen sei. Rihanna selber liess zudem verlauten, dass sie sich die Party und vor allem auch den Auftritt von Calvin Harris anschauen wolle, welcher sie auch auf der aktuellen Tour als Supporter begleitet.