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ARGENTINIEN: Senat stimmt der Homo-Ehe zu
family image(15.07.10/dom) Gestern war ein historischer Tag für Argentiniens Schwule und Lesben: Der Senat führte die so genannte Homo-Ehe ein...

Argentiniens Senat hat gestern der Homo-Ehe zugestimmt, und damit als erstes Land auf dem südamerikanischen Kontinent die Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet. Eigentich hätte der Entscheid bereits am Mittwoch fallen sollen, doch die Debatte verlief derart heftig und lang, dass schlussendlich nach 15 Stunden erst in der Nacht auf Donnerstag abgestimmt werden konnte. Der Entscheid fiel dann auch wie erwartet weitaus knapper aus als noch im Repräsentantenhaus im Mai: Mit 33 zu 27 Stimmen nahmen die Abgeordneten die Gesetzesreform schlussendlich aber doch an - nicht zuletzt auch, weil die Staatspräsidentin Cristina Kirchner und ihre Mitte-Links-Regierung die Vorlage unterstützten.

Das neue Gesetz geht sehr weit, und so können gleichgeschlechtliche Paare künftig auch Kinder adoptieren, was einer vollständigen Gleichstellung entspricht. So werden durch die Gesetzesreform die Begriffe "Mann und Frau" durch Vertragspartner ersetzt.

Erst am Dienstag hat die katholische Kirche zu Massenprotesten aufgerufen, um die Senatsabgeordneten dazu aufzufordern, die Gesetzesreform abzulehnen. Mehr dazu im folgenden Artikel:
 
ARGENTINIEN: Gross-Demo gegen Homo-Ehe
(14.07.10/dom) In Argentinien steht am Mittwoch die Abstimmung im Senat um die Einführung der so genannten Homo-Ehe bevor: Den Gegnern gelang es am Dienstag nochmals mehrere zehntausend Demonstranten auf die Strasse zu holen, um gegen die gleichgestellte Ehe für schwullesbische Paare zu protestieren.

Dabei nutzten die Gegner die modernsten Kommunikationsmittel und riefen wie Facebook und Twitter dazu auf, am Dienstag in der Hauptstadt Buenos Aires auf die Strasse zu gehen um gegen die so genannte Homo-Ehe anzukämpfen. Dazu aufgerufen hat vor allem die in Argentinien äusserst einflussreiche katholische Kirche – rund neunzig Prozent der Argentinier sind katholisch - und es gelang ihnen so mehrere zehntausend Menschen zu mobilisieren. Getroffen haben sie sich vor dem Kongressgebäude und mit Transparenten machten sie auf ihre Forderungen aufmerksam.

Der einzige natürliche Weg der Nachwachszeugung sei eine Ehe zwischen Mann und Frau, hiess es in einer Botschaft von Jorge Bergoglio, dem Erzbischof von Buenos Aires, welche vor dem Kongresshaus verlesen wurde. Es sei ein grosses Rückschritt, erklärte Bergoglio weiter, wenn der Senat der so genannten Homo-Ehe zustimmen würde.

Doch nicht nur die Gegner mobilisierten zur Demonstration, sondern auch die Befürworter haben eine Gegendemonstration organisiert. Sie brachten allerdings nur etwa 200 Teilnehmer zusammen, was wohl unter anderem daran lag, dass diese Demo sehr kurzfristig organisiert wurde. Die Gegendemonstranten, welche sich die Gleichberechtigung der Schwulen und Lesben einsetzen, können aber auch prominente Unterstützung bauen. Niemand geringeres als Staatspräsidentin Cristina Kirchner hat nämlich scharfe Kritik am Vorgehen der katholischen Kirche geübt. Deren Argumente gegen die gleichgeschlechtliche Ehe würde zurück in die Inquisition führen, liess sie am Montag öffentlich verlauten.

Die Abstimmung im Senat wird heute stattfinden: Ob das Gesetz durchkommen wird, und ob damit die gleichgeschlechtlichen Paare mit den Hetero-Ehen gleichgestellt werden, ist noch offen. Während die Abstimmung im Repräsentantenhaus im Mai ziemlich deutlich ausfiel, so wird es die Reform im Senat etwas schwieriger haben. Wenn die so genannte Homo-Ehe nun eingeführt wird, so wäre Argentinien das erste Land in Südamerika, welches schwullesbische Paare mit den Hetero-Paaren gleichstellt.

Die erste Ehe eines schwulen Paares fand allerdings schon früher statt, nämlich im Dezember 2009. und danach folgten noch weitere gleichgeschlechtliche Paare dem Beispiel. Die Rechtssprechung diesbezüglich blieb aber sehr umstritten. So argumentierten einige Richter, dass diese Eheschliessungen per Gesetz verboten seien, während andere das Gegenteil behaupteten. Mit der nun anstehenden Abstimmung im Senat sollen diese rechtlichen Streitigkeiten mit einer Gesetzesreform beseitigt werden.