(21.07.10/dom)
Sie sorgte damals für grossen Wirbel, als sie verkündete,
dass sie zusammen mit ihrer Freundin an den Abschlussball gehen
möchte. Noch grösser wurde der Rummel um die beiden lesbischen
Teenager, als die Schule ihr gemeinsames Erscheinen verboten
hat. Die Schülerin klagte darauf die Schulbehörde an, und nun
ist man zu einer Einigung gelangt.
Als Constance McMillen ankündigte, dass sie als "Date" zu
ihrem Abschlussball in Jackson im US-Bundesstaat Mississippi
ihre Freundin mitbringen wolle, sah ihre Schule, die "Itawamba
Agricultural High School", rot und verbot den Beiden kurzerhand
das gemeinsame Erscheinen. Doch die Schülerin dachte nicht ans
Aufgeben und begann für "ihren" Abschlussball zu kämpfen, und
die Reaktion der Schule war es, denn Ball gleich ganz abzusagen.
Dass sich Constance McMillen damit nicht besonders beliebt
machte bei ihren Mitschülern liegt auf der Hand. Die Medien
wurden auf das Thema aufmerksam und innert kürzester Zeit gingen
die Bericht rund um die Welt (gay.ch berichtete in seiner
Print-Ausgabe). Beistand erhielt sie in der Folge auch von
einigen Prominenten: So sprach ihr Ellen DesGeneres via ihrer
Talkshow Mut zu und verhalf ihr kurzerhand zu einer
Praktikumsstelle in ihrem Team. Via Youtube meldete sich auch
Lady Gaga zu Wort, um ihr dazu zu gratulieren, dass sie zu dem
stehe was sie sei. Auch verschiedene Firmen boten ihre
Unterstützung an, und so wurden die Schüler per Bus in ein Hotel
gefahren, wo sie ihren Abschlussball feiern durften.
Dieses gewaltige Medieninteresse und die damit verbundene Kritik
an den Schulbehörden der amerikanischen Kleinstadt brachten die
Schule in Zugzwang - erst recht als sich die "American Civil
Liberties Union" eingeschalten hat, und Constance McMillen einen
Anwalt zur Seite stellte. Im März wurde eine Klage gegen die
High School eingereicht. Nun haben sich die beiden Parteien
geeinigt: Die Schulbehörden im ganzen Distrikt werden die
Weisung erhalten, dass sie darauf achten müssen, dass keine
SchülerInnen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder
Geschlechtszugehörigkeit weder im Unterricht, noch in den
Freizeitaktivitäten der Schule diskriminiert werden dürfen. Im
Weiteren bezahlt die Behörde rund 35'000 Dollar an Constance
McMillen und auch ihre Anwaltskosten werden übernommen.
In einem ersten Statement erklärte die Schülerin, dass sie froh
sei, dass das Ganze endlich vorbei sei. Ihren Abschlussball
kriege sie damit aber nicht zurück, aber sie hoffe, dass es sich
gelohnt hat und sich nun ein paar Dinge an der Schule ändern
würden. Sie hoffe weiter, dass alle Schüler künftig fair
behandelt werden. Der Richter erklärte, dass durch die Rechte
von McMillen durch die Haltung der Schule verletzt wurden.
Seitens der Schule gab es jedoch wenig Einsicht: Sowohl der
Rektor, wie auch die Vertreter der Behörden erklärten, dass sie
nach wie vor der Meinung seien, dass sie die Rechte von
Constance McMillen mit keiner ihrer Handlungen verletzt hätten. |